Telecom e.V.
06.11.2015

Routerzwang: Bundesverband Telecom e. V. begrüßt die Entscheidung des Bundestags

Bundestag beschließt die Abschaffung des Router Zwangs

 

Der Bundesverband der Anwender geschäftlicher Telekommunikation, TELECOM e. V., forderte bereits 2012 eine völlige Abschaffung des „Zwangsrouters“ durch Netzbetreiber. Heute endlich hat der Bundestag ein entsprechendes Gesetzt verabschiedet.

Der TELECOM e.V. forderte seit Langem, das weder Endgeräte (wie Festnetztelefone, Handys etc.) noch eine Netzebene dahinter liegende Netzelemente (Router, Modems etc.) durch Netzbetreiber zur Verwendung zwingend vorgeschrieben sein dürfen.

Der Verband begründet dies aus der Sicht großer geschäftlicher Anwender für Telekommunikation wie folgt:

(1)
Ein Unternehmen mit sog. Small- und Homeoffice-Lösungen (SoHo) oder mit ausgeprägter Filialstruktur (z.B.  Ladenlokale, Vertreter, …) muss seine eigene Endgeräte- und Routerstrategie umsetzen können, in denen wesentliche betriebliche Anwendungen liegen, und darf nicht der Philosophie der verschiedenen Netzbetreiber folgen müssen. Dies würde zur Folge haben, dass wesentliche betrieblich organisatorische Vorteile der Vernetzung nicht genutzt werden könnten.

(2)
Eine Vielzahl fremdbestimmt vorgegebener Endgeräte/ Router im Netz eines Unternehmens bedeutet einen erheblichen zusätzlichen betrieblichen Aufwand im Netz der Anwenderunternehmen, die die spezifischen betrieblichen Eigenheiten der verschiedenen Netzelemente verstehen, managen und entstören können müssen. Dies würde zwangsläufig den Trend zur Nutzung nur eines Netzbetreibers verstärken, also die Teilnehme am Wettbewerb in der Telekommunikation behindern. Dies kann kein Ziel von Regulierung des TK-Marktes sein. Die Nutzung von Endgeräten/ Routern, die vom Netzbetreiber gestellt werden, kann nur eine freiwillige Entscheidung der Anwender sein. Die freie Nutzung des Netzes mit seinen Diensten darf dadurch nicht behindert werden.

(3)
Endgeräte und Router gehören in aller Regel dem Endkunden, selbst wenn sie ihm vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt wurden. Schon aus dieser Sicht heraus muss der Endkunde die Wahl haben, was er einsetzt. (Dies war vor 1988 anders, das Endgerät gehörte der Post.) Router und Endgeräte halten heute eine Vielzahl von Daten und Nutzungsprofilen der Endnutzer. Bereits aus Datenschutzgründen sollte die Hoheit für diese Geräte beim Endkunden verbleiben und diese Daten von den Funktionen des Netzes klar getrennt sein.

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